Engagement

Homophobie und Transphobie ist auch heute noch gegenwärtig und trifft junge und ältere Menschen. Meistens versteckt und subtil, manchmal auch brutal. Und noch heute noch gilt «Gemeinsam sind wir stark!». Deshalb ist es doch eigentlich klar, sich für LGBTI‐Projekte zu engagieren.

Wie wichtig Engagement ist, beweist eine Studie unter homosexuellen Menschen im Alter zwischen 16 und 25 aus dem Jahre 2009. Diese zeigt, dass junge Homosexuelle ein zwei‐ bis zehnmal höheres Suizidrisiko aufweisen als gleichaltrige Heterosexuelle. Internationale Studien zur Suizidrate von Transmenschen geben ein noch düstereres Bild: Gut 40 Prozent haben schon einmal einen Selbstmordversuch gemacht.

Ich engagiere mich schwerpunktmässig für zwei Projekte:

Ursus Club

Mein erstes Engagement galt kurz nach meinem Coming‐out dem legendären Ursus Club an der Junkerngasse in Bern. Wegen Besuchermangel hatte sich die Institution Ursus‐Bar/Disco nach 28 Jahren selbst überholt und wurde 1996 verkauft. Ein Freiraum, wie ihn der Club bot, war offensichtlich nicht mehr nötig. Eigentlich weiter nicht schlimm, dachte ich damals, denn das Ziel von all den translesbischwulen Gruppen ist ja, dass sie eines Tages überflüssig sind.

GAYRADIO

Ende 2003 startete ich in mein zweites «grosses» Engagement: Soeben hatte Andreas Blum auf Radio RaBe seine erste GAYRADIO‐Sendung ausgestrahlt – und ich baute eine erste Website und sass kurze Zeit später selber am Sendepult. Nach 15 Jahren und rund 400 bis 500 Sendungen später werde ich mich am 9. Dezember 2018 vom Mikrofon verabschieden. Ich verstand GAYRADIO immer als Bühne und Sprachrohr für unsere vielfältige Community. Wie wichtig diese Richtschnur war, bewiesen immer wieder tolle Feedbacks.

Ich höre grad GAYRADIO über den Internet‐Stream. Das hat mich auf eine Wortkreation gebracht, die ich fast jeden Tag anwende, wenn ich nach meinem Befinden gefragt werde: «Wi geits?» – «Mir GAYts sehr guet!»

Rhea, 2014

Stonewall‐Award

Sehr stolz bin ich noch heute auf die Nomination für den Stonewall‐Award im Jahr 2010. Mit dem Preis wurde bis 2011 eine Einzelperson, eine Gruppe oder eine Organisation gewürdigt, die sich in besonderem Masse für die Anliegen lesbischwuler Menschen eingesetzt hat – sei das in Politik, Gesellschaft, Kultur, Sport, Wirtschaft oder einfach im täglichen Leben. Ich wurde für mein Engagement für GAYRADIO und meine Mitarbeit innerhalb der HAB vorgeschlagen. Gewonnen habe ich nicht – aber auf der Pride‐Bühne zu stehen, war Lohn genug.

Es wird besser

Anfangs 2011 habe ich erstmals vom amerikanischen «It Gets Better‐Project» gehört. Die Idee: Menschen erzählen ihre Coming‐out‐Geschichten, laden diese auf eine Website und machen so Menschen Mut zum Coming‐out – ganz nach dem Motto «es wird besser»! Ich fand das Projekt genial und forderte die Leser*innen meines Blogs auf, mir doch Videos zu schicken, die ich dann auf meinen Blog hochladen könnte. Die Herstellung eines solchen Videos sei doch einfach, dachte ich damals: Webcam am Laptop einschalten, Geschichte erzählen – und ab die Post.

Mit Fabio Huwyler habe kurze Zeit später einen Mitdenker und vor allem Mitstreiter gefunden. Zusammen haben wir die schweizerische Variante der Idee weiterentwickelt. Das Pflänzchen hat sich zu einer vielbeachteten Pflanze entwickelt – und ich habe mich mit der Gewissheit aus dem Projekt zurückgezogen, dass sich hier ein dichter Wald bilden wird … In der Zwischenzeit heisst das Projektt «It Gets Better» und ist eine Fachgruppe von Pink Cross.

Mit mir in Erinnerungen schwelgen?

Transtagung

Wir sind LGBT! Und zu unserer bunten Community gehört nicht nur die sexuelle Orientierung, sondern auch die Geschlechtsidentität. So habe ich mich in den Jahren 2013 und 2014 im OK für die Transtagung engagiert. Und 2015 während der dritten Transtagung mit Mikrofon und Aufnahmegerät die Tagung begleitet und im GAYRADIO ausführlich darüber berichtet.